liebe gäste.

wir freuen uns, daß sie den weg auf unseren hof gefunden haben, um mit uns dieses richtfest zu feiern. mit wir meine ich die familien rades und trippel, besonders natürlich hilke und mich.

einige werden sich erinnnern, daß ich 1998 aus anlaß des richtfestes der maschinenhalle eine kleine rede hielt. ulli hatte sich mit dem bau einen langgehegten wunsch erfüllt und ich sagte damals: es wird kein schweinestall ,aber wir – hilke und ich – wollen diesen schönen hof auch in zukunft weiterentwickeln und noch das eine oder andere richtfest feiern.

so ist es nun gekommen. diesmal wird es tatsächlich ein schweinestall.

begonnen haben die planungen schon im herbst 2000, als ich noch zur schule ging, zur landwirtschaftsschule. als quereinsteiger wollte ich doch immerhin ein solides theoretische fundament haben. 
gerne hätte ich auch einen ehemaligen lehrer von mir aus der landwirtschaftsschule dabei gehabt. im technik-unterricht werden dort aufstallungen vorgestellt. aber versuchen sie, einen lehrer in den ferien zu erreichen. immerhin ist herr schneider als vertreter der älteren generation hier.

zusammen mit hilke -vielen dank an dich- ohne deren rückhalt solch ein projekt schlecht möglich wäre, wurden einige ställe und stalltypen besichtigt. 
aus meinen vorstellungen und dem gesehenen und gelesenen schälte sich dann dieses konzept heraus, in s-h einzigartig.

dann wurde ein planer gesucht und in der landgesellschaft gefunden. sie wird in gestalt von herrn clemens dieses projekt auch nach der fertigstellung weiter begleiten. vielen dank an die landgesellschaft. 
bei der landgesellschaft denken einige sicherlich an geld. aber hier muß es - und es geht auch - ohne förderung gehen. die devise heißt kostengünstig bauen. eigenleistung und reduktion auf das wesentliche und die funktion.
ich erinnere mich noch gut an einen dialog mit herrn heyn:
h: an den außenwänden bringen wir dann eine verkleidung aus trapezblech an.
tr: nein. kein trapezblech
h: wenn sie verputzen wird es noch teurer.
tr: es wird auch nicht verputzt.
h: achso
damit war die ausgestaltung des weiteren weges klar.

bis heute haben wir schon ein beträchtliches stück dieses weges zurückgelegt, und ich freue mich über das trockene wetter heute und in den letzten tagen. ein bißchen weniger wind hätte uns natürlich gefreut. als norddeutschen kann einen eine steife brise aber nicht umhauen.

angefangen wurde der bau im september 2001, als sich aufgrund der nässe noch kein weizen bestellen ließ, von der gerste ganz zu schweigen. 
ich sagte: wir fangen mit der mistplatte an, dann haben wir hier unten einen brückenkopf. und es gelang mit dem allradttraktor und dem mischer beton heranzufahren und einzubauen. die spuren sieht man immer noch.

von anfang an dabei sind unsere altenteiler: allen voran ulli, der ja immer noch regen anteil an den geschehnissen auf dem hof nimmt und immer dann besonders gerne gewehr bei fuß steht- wie er sagt- , wenn es gilt, „beton zu machen“. nach bedarf wurde mein vater angeheuert, helga sorgt für unser leibliches wohl ebenso meine mutter. ohne diese hilfe wären wir heute wir noch nicht soweit oder das portemonaie um einiges leerer. vielen dank an euch alle.

als nächstes wurde ausgekoffert, der weg gebaut und einige hundert cbm boden aufgefüllt. immer mit einem blick auf die schwarzen wolken.

so ging es fort. egal ob wir armierungseisen verlegten oder beton mischten, garantiert gab es ein schauer, daß die mannschaft durchweichte.

zum schütten der sohlen wurde dann erstmals verstärkung angefordert, der ich hier danken möchte und es war an den tagen trocken, aber auch nur an diesen tagen. die jungs sahen dementsprechend aus wie wandelnde zementsäcke. 
unser bauleiter, dank an herrn boll, sagte immer, optimales betonwetter,hr. trippel, im sommer reißt der bloß ein.

über weihnachten und neujahr kamen die arbeiten dann durch kälte und schnee zum erliegen.

im januar und februar ging es wie gewohnt weiter: arbeiten, regen, kleidung trocknen, usw.

eine besondere herausforderung stellte das richten der stahlstützen dar. immerhin mußte die schnur für die flucht gegen eine frische brise ausgerichtet werden. ich denke, das ist uns gut gelungen.

mit den länger werdenden tagen stieg dann auch die motivation und die wände wurden erstellt. ein super-hilfsmittel ist unser betonkübel, den wir an den teleporter hängten. den kann man hier auch ausleihen.

dann kam das holz – 25cbm- und das dach auf drei LKW-Zügen. und wo ist es jetzt geblieben? 
die zimmerleute haben unermüdlich einen stiel nach dem anderen gerichtet, die rehme verbolzt und das dach eingedeckt. vielen dank an die zimmerleute von der fa. matzen.
wenn man sich das bauwerk ansieht, kommt man zu dem schluß: hier ist kein bauteil zuviel. vielleicht hat es die statikerin mit dem querschnitten etwas sehr gut gemeint.

naja unserem nachbarn ist beim letzten sturm ein schuppendach davongeflogen, das soll den schweinen nicht passieren.

soweit sind wir jetzt. außenhaut , inneneinrichtung, und fütterung fehlen noch. wer mich ein wenig kennt, weiß, daß sich dort noch das ein oder andere technische gimmick verbirgt.
aber mit einem dach über dem kopf werden diese arbeiten deutlich leichter vonstatten gehen. 

damit sich jeder leicht ein bild vom fertigen stall machen kann, habe ich oben in der maschinenhalle, wo es nachher suppe und getränke gibt mit einige skizzen aufgehängt. diese erläuterungen finden sie ebenso wie die dokumentation des baufortschritts auf unserer homepage www.hohenlieth.de im internet.

was bleibt nun noch zu sagen:
auf die landwirtschaft!!! prost!
 


p.s. der autor ist privat ein anhänger einer konsequenten rechtschreibreform.